{"id":152,"date":"2022-10-11T12:14:13","date_gmt":"2022-10-11T10:14:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.errare-romanum-est.de\/?p=152"},"modified":"2025-03-04T19:27:39","modified_gmt":"2025-03-04T18:27:39","slug":"004-uebersetzen-ist-trivial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.errare-romanum-est.de\/index.php\/004-uebersetzen-ist-trivial\/","title":{"rendered":"004 &#8211; \u00dcbersetzen ist trivial"},"content":{"rendered":"\t\t\t<style type=\"text\/css\">#pp-podcast-7178 .ppjs__script-button { display: none; } #pp-podcast-7178 .pod-entry__author { display: none; }<\/style>\n\t\t\t<div id=\"pp-podcast-7178\" class=\"pp-podcast single-episode has-header header-hidden has-featured playerview hide-content squr centercrop\"  data-teaser=\"\" data-elength=\"18\" data-eunit=\"\" data-ppsdata=\"{&quot;ppe-7178-1&quot;:{&quot;title&quot;:&quot;004 &#8211; \\u00dcbersetzen ist trivial&quot;,&quot;description&quot;:&quot;&quot;,&quot;author&quot;:&quot;&quot;,&quot;date&quot;:&quot;&quot;,&quot;link&quot;:&quot;119716b02a49afaf2b2dc286764eb005&quot;,&quot;src&quot;:&quot;119716b02a49afaf2b2dc286764eb005&quot;,&quot;mediatype&quot;:&quot;&quot;,&quot;featured&quot;:&quot;https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/www.errare-romanum-est.de\\\/files\\\/2024\\\/12\\\/BeitragBild.png?fit=604%2C270&#038;ssl=1&quot;,&quot;fset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/www.errare-romanum-est.de\\\/files\\\/2024\\\/12\\\/BeitragBild.png?w=604&amp;ssl=1 604w, https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/www.errare-romanum-est.de\\\/files\\\/2024\\\/12\\\/BeitragBild.png?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w&quot;},&quot;rdata&quot;:{&quot;from&quot;:&quot;link&quot;,&quot;podcast&quot;:&quot;35ee0e2453908acbdbdaf18a8e2cfcdf&quot;,&quot;episode&quot;:&quot;119716b02a49afaf2b2dc286764eb005&quot;}}\"><div class=\"pp-podcast__wrapper\"><div class=\"pp-podcast__info pod-info\"><div class=\"pod-info__header pod-header\"><div class=\"pod-header__image\"><div class=\"pod-header__image-wrapper\"><img decoding=\"async\" class=\"podcast-cover-image\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?fit=604%2C270&#038;ssl=1\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?w=604&amp;ssl=1 604w, https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 25vw\" alt=\"\"><\/div><span class=\"pod-header__image-style\" style=\"display: block; width: 100%; padding-top: 44.701986754967%\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"pp-podcast__content pod-content\"><div class=\"pp-podcast__single\"><div class=\"pp-podcast__player\"><div class=\"pp-player-episode\"><audio id=\"pp-podcast-7178-player\" preload=\"none\" class=\"pp-podcast-episode\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.errare-romanum-est.de\/feed\/media\/004_Pascoli_Uebersetzen.mp3\" \/><\/audio><\/div><\/div><div class=\"pod-content__episode episode-single\"><button class=\"episode-single__close\" aria-expanded=\"false\" aria-label=\"Close Single Episode\"><span class=\"btn-icon-wrap\"><svg class=\"icon icon-pp-x\" aria-hidden=\"true\" role=\"img\" focusable=\"false\"><use href=\"#icon-pp-x\" xlink:href=\"#icon-pp-x\"><\/use><\/svg><\/span><\/button><div class=\"episode-single__wrapper\"><div class=\"episode-single__header\"><div class=\"episode-single__title\">004 &#8211; \u00dcbersetzen ist trivial<\/div><\/div><\/div><div class=\"ppjs__img-wrapper \"><div class=\"ppjs__img-btn-cover\"><img decoding=\"async\" class=\"ppjs__img-btn\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?fit=604%2C270&#038;ssl=1\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?w=604&amp;ssl=1 604w, https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 300px\" alt=\"004 &#8211; \u00dcbersetzen ist trivial\"><\/div><div><span class=\"ppjs__img-btn-style\" style=\"display: block; width: 100%; padding-top: 100%\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"pod-content__launcher pod-launch\"><button class=\"pod-launch__button pod-launch__info pod-button\" aria-expanded=\"false\"><span class=\"ppjs__offscreen\">Show Podcast Information<\/span><span class=\"btn-icon-wrap\"><svg class=\"icon icon-pp-podcast\" aria-hidden=\"true\" role=\"img\" focusable=\"false\"><use href=\"#icon-pp-podcast\" xlink:href=\"#icon-pp-podcast\"><\/use><\/svg><svg class=\"icon icon-pp-x\" aria-hidden=\"true\" role=\"img\" focusable=\"false\"><use href=\"#icon-pp-x\" xlink:href=\"#icon-pp-x\"><\/use><\/svg><\/span><\/button><\/div><\/div><p>Dass es beim \u00dcbersetzen von Texten um mehr geht als nur stumpf Interpretamente aus W\u00f6rterb\u00fcchern aneinander zu reihen, zeigen wir in dieser Folge. Kommt mit und umschifft zusammen mit uns die Untiefen von Versma\u00df, Fremdw\u00f6rtern und Gro\u00df- und Kleinschreibung.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><\/p>\n\n\n<!--more-->\n\n\n<p>In dieser Folge stellen wir euch ein Gedicht von Giovanni Pascoli aus dem Zyklus der Poemata Christiana vor, das <em>Fanum Apollinis<\/em> &#8211; den Apollontempel. Obwohl es sich um ein Gedicht handelt, hat Nadine diesen Text in deutsche Prosa \u00fcbrtragen, weil sie sich ihrer Ansicht nach in nicht gebundener Sprache besser ausdr\u00fccken kann und andererseits aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen: Der lateinische Hexameter funktioniert nach einem quantitierenden, also L\u00e4ngen und K\u00fcrzen messenden Prinzip, w\u00e4hrend wir im Deutschen auf ein akzentuierendes System zur\u00fcckgreifen und so betonte unbetonten Silben gegen\u00fcberstellen. Die quantitierende Natur des lateinischen Ausgangstext ginge somit auch bei einer \u00dcbersetzung in deutsche Verse verloren.<\/p>\n<p><!-- \/wp:post-content --> <!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Zu Beginn des Texts wird der \u00fcberwucherte Tempel beschrieben und ein alter Tempelw\u00e4chter vorgestellt, der die Statue des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apollon_Sauroktonos#\/media\/Datei:Apollo_Saurocton_Louvre.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">jungen Apollon<\/a> h\u00fctet und den Tempel sauber h\u00e4lt. Diese Passage ist gepr\u00e4gt von speziellen Ausdr\u00fccken aus dem Bereich der Architektur, die auch in \u00dcbersetzung erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig sind. So muss etwa in einer Fu\u00dfnote erkl\u00e4rt werden, dass mit &#8222;Cella&#8220; der Hauptraum der Tempelanlage gemeint ist oder dass Triglyphen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triglyphe#\/media\/Datei:Tryglyphe23145.png\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">so aussehen<\/a>. Der Fokus verschiebt sich wie eine Kamerafahrt von au\u00dfen nach innen, vom verlassenen Strand \u00fcber die bewachsene Umgebung hin zum Tempelh\u00fcter und zuletzt zur G\u00f6tterstatue. Auff\u00e4llig sind mehrere gro\u00dfe Hyperbata, in denen zwei zueinander geh\u00f6rige Bezugsw\u00f6rter jeweils zu Beginn und Ende eines Verses gesetzt werden und so Spannung erzeugt wird, da erst sp\u00e4ter klar wird, worauf \u00fcberhaupt Bezug genommen wird: <strong>Halb eingest\u00fcrzt <\/strong>standen aufgrund ihres G\u00fcrtels aus Efeu <strong>die S\u00e4ulen da<\/strong>. Solche Konstruktionen im Deutschen nachzubilden ist nicht immer m\u00f6glich, obwohl damit ja leider ein wichtiger Bestandteil der Leserf\u00fchrung verloren geht.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --> <!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Verschiedene Entit\u00e4ten des paganen Mythos haben den Ort bereits verlassen, da sich das Christentum an ihrer Stelle ausgebreitet hat. Dieser christliche Hintergrund muss auch bei einer \u00dcbersetzung ber\u00fccksichtigt werden, da christliche Pr\u00e4texte (intertextuell) abgerufen und vorausgesetzt werden, die man bei paganen antiken Texten oder auch bei den Sosii so nicht findet.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --> <!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf des Texts erscheint ein Hirte, der dem Apollon ein Opfer darbringen m\u00f6chte. Pl\u00f6tzlich erscheint jedoch eine christliche Meute, die den Ort durch einen christlichen Priester purifizieren lassen m\u00f6chte. Der alte Tempelw\u00e4chter Actius erkennt jedoch den Christen Heron als ehemaligen Schulkameraden. Gerade als sie sich darauf einigen, zumindest die Statue des Apollon nicht anzur\u00fchren, zerst\u00f6rt der christliche Mob allerdings die Figur. Zum Schluss erklingt ein christlicher Hymnus, in dem Christus als gr\u00f6\u00dfer als die Sonne (und damit Apollon) beschrieben wird. Der Versuch, zwischen beiden Welten zu vermitteln, der antik-paganen und der christlichen, scheint dadurch letztlich doch gescheitert.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --> <!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Man kann als \u00dcbersetzerin in diesem letzten Abschnitt bei der Wendung <em>tecta Dei<\/em> in zwei Richtungen interpretieren: Geh\u00f6rt der Tempel noch Apollon, \u00fcbersetzt man &#8222;unter das Dach <strong>des<\/strong> <strong>Gottes<\/strong>&#8222;. Ist er bereits dem Christengott \u00fcbereignet, m\u00fcsste man &#8222;unter das Dach <strong>Gottes<\/strong>&#8220; \u00fcbersetzen. Da das Wort <em>deus<\/em> hier jedoch gro\u00df geschrieben ist, liegt die letztere Version vermutlich n\u00e4her. Aber Gro\u00df- und Kleinschreibung beruht in einer Edition ja meistens auch nur auf Interpretation seitens des Editors&#8230;<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --> <!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Wenn man \u00fcbersetzt, dann positioniert man sich: Jede \u00dcbersetzung ist somit auch eine Interpretation und es geht um viel mehr als nur darum, Wort f\u00fcr Wort aus dem W\u00f6rterbuch aufs Papier zu \u00fcbertragen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass es beim \u00dcbersetzen von Texten um mehr geht als nur stumpf Interpretamente aus W\u00f6rterb\u00fcchern aneinander zu reihen, zeigen wir in dieser Folge. 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