{"id":166,"date":"2022-11-11T09:54:03","date_gmt":"2022-11-11T08:54:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.errare-romanum-est.de\/?p=166"},"modified":"2025-03-04T19:27:15","modified_gmt":"2025-03-04T18:27:15","slug":"005-einmal-ediert-fuer-immer-ediert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.errare-romanum-est.de\/index.php\/005-einmal-ediert-fuer-immer-ediert\/","title":{"rendered":"005 &#8211; Einmal ediert, f\u00fcr immer ediert"},"content":{"rendered":"\t\t\t<style type=\"text\/css\">#pp-podcast-2849 .ppjs__script-button { display: none; } #pp-podcast-2849 .pod-entry__author { display: none; }<\/style>\n\t\t\t<div id=\"pp-podcast-2849\" class=\"pp-podcast single-episode has-header header-hidden has-featured playerview hide-content squr centercrop\"  data-teaser=\"\" data-elength=\"18\" data-eunit=\"\" data-ppsdata=\"{&quot;ppe-2849-1&quot;:{&quot;title&quot;:&quot;005 &#8211; Einmal ediert, f\\u00fcr immer ediert&quot;,&quot;description&quot;:&quot;&quot;,&quot;author&quot;:&quot;&quot;,&quot;date&quot;:&quot;&quot;,&quot;link&quot;:&quot;8233000342f80e4f3bc3129be6935152&quot;,&quot;src&quot;:&quot;8233000342f80e4f3bc3129be6935152&quot;,&quot;mediatype&quot;:&quot;&quot;,&quot;featured&quot;:&quot;https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/www.errare-romanum-est.de\\\/files\\\/2024\\\/12\\\/BeitragBild.png?fit=604%2C270&#038;ssl=1&quot;,&quot;fset&quot;:&quot;https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/www.errare-romanum-est.de\\\/files\\\/2024\\\/12\\\/BeitragBild.png?w=604&amp;ssl=1 604w, https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/www.errare-romanum-est.de\\\/files\\\/2024\\\/12\\\/BeitragBild.png?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w&quot;},&quot;rdata&quot;:{&quot;from&quot;:&quot;link&quot;,&quot;podcast&quot;:&quot;35ee0e2453908acbdbdaf18a8e2cfcdf&quot;,&quot;episode&quot;:&quot;8233000342f80e4f3bc3129be6935152&quot;}}\"><div class=\"pp-podcast__wrapper\"><div class=\"pp-podcast__info pod-info\"><div class=\"pod-info__header pod-header\"><div class=\"pod-header__image\"><div class=\"pod-header__image-wrapper\"><img decoding=\"async\" class=\"podcast-cover-image\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?fit=604%2C270&#038;ssl=1\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?w=604&amp;ssl=1 604w, https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 25vw\" alt=\"\"><\/div><span class=\"pod-header__image-style\" style=\"display: block; width: 100%; padding-top: 44.701986754967%\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"pp-podcast__content pod-content\"><div class=\"pp-podcast__single\"><div class=\"pp-podcast__player\"><div class=\"pp-player-episode\"><audio id=\"pp-podcast-2849-player\" preload=\"none\" class=\"pp-podcast-episode\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.errare-romanum-est.de\/feed\/media\/005_Edition_auphonic.mp3\" \/><\/audio><\/div><\/div><div class=\"pod-content__episode episode-single\"><button class=\"episode-single__close\" aria-expanded=\"false\" aria-label=\"Close Single Episode\"><span class=\"btn-icon-wrap\"><svg class=\"icon icon-pp-x\" aria-hidden=\"true\" role=\"img\" focusable=\"false\"><use href=\"#icon-pp-x\" xlink:href=\"#icon-pp-x\"><\/use><\/svg><\/span><\/button><div class=\"episode-single__wrapper\"><div class=\"episode-single__header\"><div class=\"episode-single__title\">005 &#8211; Einmal ediert, f\u00fcr immer ediert<\/div><\/div><\/div><div class=\"ppjs__img-wrapper \"><div class=\"ppjs__img-btn-cover\"><img decoding=\"async\" class=\"ppjs__img-btn\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?fit=604%2C270&#038;ssl=1\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?w=604&amp;ssl=1 604w, https:\/\/i0.wp.com\/www.errare-romanum-est.de\/files\/2024\/12\/BeitragBild.png?resize=300%2C134&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 300px\" alt=\"005 &#8211; Einmal ediert, f\u00fcr immer ediert\"><\/div><div><span class=\"ppjs__img-btn-style\" style=\"display: block; width: 100%; padding-top: 100%\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"pod-content__launcher pod-launch\"><button class=\"pod-launch__button pod-launch__info pod-button\" aria-expanded=\"false\"><span class=\"ppjs__offscreen\">Show Podcast Information<\/span><span class=\"btn-icon-wrap\"><svg class=\"icon icon-pp-podcast\" aria-hidden=\"true\" role=\"img\" focusable=\"false\"><use href=\"#icon-pp-podcast\" xlink:href=\"#icon-pp-podcast\"><\/use><\/svg><svg class=\"icon icon-pp-x\" aria-hidden=\"true\" role=\"img\" focusable=\"false\"><use href=\"#icon-pp-x\" xlink:href=\"#icon-pp-x\"><\/use><\/svg><\/span><\/button><\/div><\/div><p>Woher kommen eigentlich die Editionen im Regal? Und warum w\u00fcrde jemand etwas edieren, was bereits in Edition vorliegt? Diese und weitere Mysterien um die Texte, mit denen wir tagt\u00e4glich hantieren, kl\u00e4ren wir in dieser Folge auf.<\/p>\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Editionen, die wir ganz selbstverst\u00e4ndlich zur Hand nehmen, repr\u00e4sentieren keineswegs DEN Text, wie er in seiner reinsten Form auf wundersame Weise vom Himmel herabgestiegen ist, sondern im Prozess des Edierens werden verschiedene Entscheidungen getroffen und viel interpretiert, bevor das Endprodukt entstanden ist. Diese Schritte sind jedoch nicht immer wie selbstverst\u00e4ndlich auf den ersten Blick sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was ist eigentlich eine Edition?<\/em> &#8211; Ein so aufbereiteter Text, dass man damit weiterarbeiten kann. Ein Service f\u00fcr Leser*innen, damit sie an Texte herankommen, an die man sonst nicht gelangen k\u00f6nnte (da sie beispielsweise nur in Handschriften vorliegen). Entsprechend richtet sich eine Edition jeweils stark nach ihrem Publikum: Vergleiche etwa eine Reclam-Ausgabe, ein Schulbuch und eine wissenschaftliche textkritische Ausgabe.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie entsteht eine (wissenschaftliche) Edition?<\/em> &#8211; 1. Die Textzeugen sichten und ausw\u00e4hlen (und die \u00dcberlieferungslage im Vorwort beschreiben). 2. Den Text (und ggf. zugeh\u00f6rige Glossen, bzw. Randnotizen) lesbar machen, also aus den Handschriften transkribieren. 3. Unterschiede zwischen den Transkriptionen dokumentieren (=&gt; textkritischer Apparat) und gegeneinander abw\u00e4gen sowie &#8222;Fehler&#8220; beseitigen, also einen einheitlichen Text herstellen. 4. Vorbilder und Parallelstellen suchen und angeben. 5. Interpunktion einf\u00fcgen. 6. Ggf. kommentieren und \/ oder \u00fcbersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine schlechte Edition enth\u00e4lt nicht nur (Tipp-) Fehler, sondern, viel schlimmer, gibt nicht Auskunft dar\u00fcber, welche Entscheidungen seitens des Editors getroffen wurden (also wie sehr eingegriffen wurde)! Es gibt daher verschiedene Gr\u00fcnde, auch einen Text zu edieren, der bereits in Edition vorliegt. Tendenziell kann man davon ausgehen, dass von &#8222;klassischen&#8220; lateinischen (also antiken) Texten mindestens eine Edition vorliegt, weil daran einfach schon mehr geforscht wurde, w\u00e4hrend &#8222;mittel- und neulateinische&#8220; (= nachantike) Texte aufgrund der gro\u00dfen Masse gr\u00f6\u00dftenteils noch nicht ediert sind. Die Praxis, Unterschiede in der \u00dcberlieferung kenntlich zu machen, ist tendenziell eher eine neuzeitliche Entwicklung! Man darf nicht glauben, dass mittelalterliche Schreiber es in ihrer Kopie eines Texts vermerkt haben, wenn sie (bewusst oder unbewusst) von ihrer Vorlage abweichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Janas Text stammt aus den 1460er Jahren und wurde von Peter Luder verfasst. Es handelt sich dabei um eine 144 Verse lange Elegie an eine Geliebte &#8222;Panphila&#8220;, welche jedoch allegorisch zu lesen ist als Aufforderung an den \u00f6rtlichen F\u00fcrsten, Luder finanziell zu f\u00f6rdern. Dieser Text war bereits (fehlerhaft) ediert und wird aufgrund von verschiedenen M\u00e4ngeln der Erstedition von Jana neu herausgegeben unter Ber\u00fccksichtigung der Randbemerkungen, da diese vermutlich vom Autor selbst stammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders viel Interpretationsspielraum bleibt bei Editionsschritt vier. In Janas Fall wird beispielsweise in allen Textzeugen einheitlich eine grammatisch fehlerhafte Version \u00fcberliefert &#8211; wenn man als Editor eingreift und mittels einer Konjektur &#8222;korrigiert&#8220;, richtet man sich dadurch gegen die gesamte \u00dcberlieferung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Alternative (oder Erg\u00e4nzung) zu gedruckten Editionen gibt es mittlerweile auch immer mehr digitale Editionen, deren Interface individuell anpassbar ist &#8211; man kann beispielsweise die Handschriftdigitalisate mit verlinken oder einfach s\u00e4mtliche Transkriptionen mitver\u00f6ffentlichen. Problematisch ist jedoch die Abh\u00e4ngigkeit von Tr\u00e4gern, die die Editionen dauerhaft speichern sowie teilweise auch obsolet werdende Dateiformate &#8211; da fehlt einfach noch die zuverl\u00e4ssige Infrastruktur. Ein Buch dagegen bleibt einfach im Regal stehen und wird im schlimmsten Fall \u00fcber die Jahre etwas staubig, ist daf\u00fcr aber eben auch nicht von \u00fcberall einfach zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Janas Edition erscheint im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/mjb.hiersemann.de\/index.php\/mjb\" target=\"_blank\">Mittellateinischen Jahrbuch<\/a>. Hier findet ihr das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb00124269?page=608,609\" target=\"_blank\">Digitalisat<\/a> einer Handschrift, in der das Gedicht \u00fcberliefert ist. (Die Elegia ad Panphilam steht auf 293r-295r, beginnt also auf der rechten Seite der aufgeschlagenen Doppelseite.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Woher kommen eigentlich die Editionen im Regal? Und warum w\u00fcrde jemand etwas edieren, was bereits in Edition vorliegt? 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